Ein *fast* ganz normaler Alltag

Die Denkweise eines Hundes / Ihres Hundes?Was kommt auf einen "auf den Hund gekommenen Menschen" zu? Wir haben lange überlegt wie man da nun anfangen soll, aber der Titel ist eigentlich Programm.

Ihr Hund ist fast immer bei Ihnen. Es sei denn, er muss mal alleine bleiben, was man üblicherweise schon in kurzen Zeiträumen ab der 8. Woche ganz langsam üben kann. Schritt für Schritt werden die Zeitabstände vergröߟert. Blöd ist es, wenn Sie versuchen damit anzufangen, wenn er 1 oder 2 Jahre alt ist. Es ist zwar nicht unmöglich, dem Hund das Alleinbleiben noch beizubringen, aber es dauert eben viel länger. Auch einfache Dinge wie z.B. nicht an der Tür bellen wenn Besuch kommt, sind im Welpenalter recht einfach zu trainieren.

Die Grafik rechts ist zwar eher mit Humor zu sehen, dennoch steckt ein wenig Wahrheit darin. Denn eigentlich beschränkt sich die Denkweise eines Hundes tatsächlich auf seinen dringensten Wunsch: Ihnen gefallen zu wollen (will2please), um schlieߟlich dafür auch noch belohnt zu werden.

Wenn Sie also morgens in Ihrem Bett zärtlich wachgeküsst werden (mit einer zweifelsfrei sehr feuchten Zunge), ist es eigentlich die Aufforderung zum Aufstehen, damit er/sie ihr Geschäft verrichten kann, um anschlieߟend etwas Leckeres im Napf serviert zu bekommen. Wenn Ihnen dies erstmal klar geworden ist, beginnen Sie langsam damit Ihren Hund zu verstehen.

Die erste Gassirunde des Tages fällt bei uns eher sehr klein aus. Sie beschränkt sich, um genau zu sein, darauf die Hunde in den Garten zu lassen. Wir haben das Glück ein sehr groߟes, komplett eingezäuntes Areal unser Eigen nennen zu dürfen. Die Hunde bleiben also auf diese Weise erstmal eine Zeit drauߟen und erledigen das "Nötigste". Andrea geht dazu allerdings mit ihnen zusammen raus. Dann kommen die 4 auch schnell wieder ins Haus, denn es ist Frühstückszeit! Dort sitzen sie in Reih' und Glied vorbildlich in der Nähe der Küchenarbeitsplatte, auf der die erste Mahlzeit zubereitet wird. Wir füttern ausschlieߟlich Trockenfutter als Hauptmahlzeit. Ab und zu mal etwas Frischkäse, Obst oder Joghurt dazu.

Die Bande wird dann nach dem Essen erst ein wenig zur Ruhe gezwungen, damit der Verdauungstrakt die Arbeit aufnehmen kann.  Es wäre fatal, alle 4 mit einem vollen Magen gleich wieder in den Garten zu schicken, damit sie etwas herumtoben können. Die Gefahr eines Magendrehers ist uns dabei zu groߟ.

Dann gehen wir als Menschen unseren Nebenjob an... Von irgendwas muss dieses Rudel ja ernährt werden und dann ist es immer klasse, wenn man etwas Geld verdient, um diesen Bedürfnissen nachkommen zu können. Die Hunde beschäftigen sich in diesem "ChillOut" mit sich selbst und drehen sich so selbst wieder etwas runter. Etwas später geht dann wieder die Haustür zum Garten auf. Die Hunde entscheiden bei uns selbst wo sie gerne liegen oder sich miteinander beschäftigen wollen.

Nachmittags nimmt sich Andrea viel Zeit für die vier. In 2 Gruppen zu je 2 Hunden (die Mischung ist immer unterschiedlich) geht sie groߟe Runden über die Felder und Wiesen sowie am wunderschönen Plöner See und den angeschlossenen Wäldern entlang. Diese Gassirunden sind unterwegs immer mit einem kleinen Training verbunden. Z.B. werden Dummies ausgelegt, die gesucht werden müssen oder es wird ganz einfach nur am Grundgehorsam geübt wie z.B. das Absitzen und Warten oder Fuߟlaufen in verschiedenen Tempoarten.
Bei schlechtem Wetter, wenn die Runden mal ein wenig kleiner ausfallen, wird geklickert, Intelligenzspiele gemacht oder einfach nur mal Blödsinn mit den Hunden (dazu muss das Wetter aber nicht unbedingt schlecht sein!).

Allerdings geht Andrea auch trotz schlechtestem Wetter ihre Runden mit den Hunden, wie schon erwähnt in 2 Gruppen. Oftmals schwer gezeichnet von schlechten Witterungsbedingungen und regennasser Hose, geht es nach der ersten Runde und einer kurzen Pause wieder los, um die gleiche Strecke noch einmal mit dem 2. Paar zu laufen. André bleibt in dieser Zeit im Haus und macht sich schon mal Gedanken über das Abendessen. Er kann oft gar nicht hinsehen, wie Andrea diese Strapazen bewältigt, daher werden auch hinter ihr die Türen schnell wieder verschlossen. Überhaupt sind hier im Haus diese Dinge klar geregelt. Andrea bringt den Hunden das bei, was André mit wenig Anstrengung immer wieder "versemmelt".

Louis Vuitton auf dem Champs Elysees in ParisIrgendwann ist es dann Zeit selbst das Essen vozubereiten und das Abendmahl für die Hunde zu bereiten - die 2. und letzte Mahlzeit des Tages. Oftmals ist es so, dass es tagsüber noch irgendeinen Kauartikel zusätzlich gibt (wie z.B. Rinderohr, Pansen o.ä.). Allerdings nie zur selben Zeit. Wir wollen nicht zum Personal unserer Hunde werden, denn diese merken sich etwaige Uhrzeiten recht gut, wie wir über die letzten Jahre feststellen konnten.

So vergeht bei uns der Alltag. Allerdings nur etwa 4 von 7 Tagen der Woche. An den übrigen Tagen machen wir noch einige Spaziergänge entlang der Ostsee statt einer normalen Gassirunde oder treffen uns mit Freunden, die dem selben Hobby verfallen sind.  Wir machen Trainigsausflüge, besuchen Hundeschulen und nicht zu vergessen die Ausstellungen, die wir nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland besuchen. Unser Highlight des Jahres ist dabei immer die World Dog Show, die jedes Jahr in einem anderen Land stattfindet.
Letzendlich ist es so, dass wir 99% "Frei"zeit mit unseren Vierbeinern verbringen. Irgendwie dreht sich eben immer alles um das liebe Thema "Hund".

Bild rechts: Die World Dog Show in Paris 2011 haben wir natürlich mit einem ausgedehnten Sightseeing  verbunden. Wunderbare Momente und Erinnerungen werden da wach. Die Leute im Laden hatten jedenfalls Spaߟ als sie Lakritz vor dem Geschäft auf dem Champs Elysees liegen sahen.

2012 ging es zur WDS nach Salzburg. Eine tolle Zeit mit vielen netten Leuten, die so "gestrickt" sind, wie wir selbst. 2013 stand Ungarn/ Budapest auf unserer Reiseliste. Es war klasse.. Mehr dazu und natürlich ein paar Bilder gibt es in der Rubrik "Lichtblicke".